Basiswissen für jedermann

Was muss ich über Barrierefreiheit im Netz unbedingt wissen?
Welche Kernanforderungen sind einprägsam – als Gerüst im Kopf und als elementare Handlungsanweisung beim praktischen Tun?

Kurz und griffig benennen die WCAG 2.0 sogenannte Erfolgskriterien:
wahrnehmbar – bedienbar – verständlich – robust.

Davon abgeleitet werden sieben Säulen der Barrierefreiheit:
(Hellbusch/Probiesch (2011, S. 63)

  1. Textorientierung
  2. Kontraste und Farben
  3. Skalierbarkeit
  4. Linearisierbarkeit
  5. Geräteunabhängigkeit und Dynamik
  6. Verständlichkeit, Navigation und Orientierung
  7. Strukturierte Inhalte

Testen Sie selbst!

Prüfkriterien

Um Webseiten auf Basiskriterien der Barrierefreiheit zu testen, eignet sich ein Schnelltest nach BITV 2.0, für dieses Projekt zusammengestellt von Sebastian Brückner, DZB Leipzig.

  1. Alternativtexte für wichtige Elemente – 1.1.1a1.1.1b
  2. HTML-Struktur der Webseiten – 1.3.1a1.3.1d1.3.1e3.3.2a
  3. Nutzbarkeit ohne Farbe bzw. mit eigenen Farben – 1.3.3a1.4.3a1.4.3c
  4. Bei Zoom auf 200% nutzbar – 1.4.4b
  5. Tastaturbedienbarkeit – 2.1.1a2.4.7a
  6. Sprachwechsel auszeichnen – 3.1.2a3.1.2b

Die Anforderungen an barrierefreie digitale Dokumente unterscheiden sich nur unwesentlich von denen an barrierefreie Webseiten; eine Kurzliste mit 9 Punkten für barrierefreie Bücher im EPUB-Format stellt das DIAGRAM Center bereit, eine knappe Übersetzung dazu unter Elektronische Bücher hier im Blog.

Prüf-Tools

Für den Schnelltest von Webseiten empfiehlt sich die ‚WAVE Toolbar‚ (Add-on) für Mozilla Firefox, die die wichtigsten Prüf-Tools in sich vereint; weitere Werkzeuge unter Prüf-Tools zum Testen auf Barrierefreiheit.

Weitere Hinweise auch unter: Häufige Barrieren – erkennen und vermeiden.

Schnelltests sind ein erster Schritt, um Handlungsbedarf zu erkennen. Sie bescheinigen allerdings nicht die Konformität einer Webseite nach WCAG 2.0 bzw. BITV 2.0. Ist dies das Ziel eines Testverfahrens, sind hierfür Spezialkenntnisse erforderlich.

Auf den Punkt gebracht:

In wachsendem Maße unterstützen technische Komponenten barrierefreie Lösungen, zwar nicht vollumfänglich, aber in zahlreichen Details. Dennoch wird die Herstellung barrierefreier digitaler Medien auch in Zukunft anteilig mit intellektueller Arbeit verbunden sein wird: Das betrifft vor allem die Strukturierung von Inhalten und um die korrekte Auszeichnung von Webseiten und Dokumenten mit Strukturinformationen – diese Kriterien bilden die Basis barrierefreier digitaler Medien.

Tipp

Bereits die Verwendung von Formatvorlagen durch Autoren schafft eine erste Grundlage für strukturierte Inhalte zum Nutzen für alle.

Mehr dazu:

Die Anforderungen zur Herstellung barrierefreier Medien demonstriert ein interaktives Studienmaterial für Verleger (EDItEUR; JISC TechDisc 2012).

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